Funktionelles Krafttraining für Golfer - Übungen und Trainingsplan

Krafttraining für Golfer: Frauen und Männer trainieren mit Gewichten, Bällen und Bändern für mehr Power auf dem Golfplatz.

Geschrieben von

Franco Stark

Veröffentlicht am

14. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Der erste Abschlag fühlt sich oft nicht deshalb schwer an, weil die Technik fehlt, sondern weil Beine, Hüfte und Rumpf die benötigte Kraft nicht sauber übertragen. Funktionelles Krafttraining für Golf verbessert diese Verbindung, unterstützt einen kontrollierten Schwung und hilft dabei, auch auf der letzten Bahn stabil zu bleiben. Ich zeige dir, welche Übungen wirklich sinnvoll sind, wie du sie dosierst und welche Fehler du vermeiden solltest.

Ein stabiler Körper bringt mehr Kontrolle in den Golfschwung

  • Beine und Hüfte liefern die Grundlage für Druck und Beschleunigung.
  • Rumpfstabilität überträgt die Kraft zwischen Unter- und Oberkörper.
  • Rotation mit Kontrolle ist wichtiger als möglichst große Beweglichkeit.
  • Zwei Trainingseinheiten pro Woche reichen für einen guten Einstieg.
  • Schmerz ist kein Trainingsreiz. Bei Beschwerden sollte die Übung angepasst oder fachlich abgeklärt werden.

Krafttraining für Golfer: Frauen und Männer trainieren mit Gewichten, Ball und Band für mehr Power auf dem Golfplatz.

Was Golf im Krafttraining wirklich braucht

Ein Golfschwung ist keine isolierte Armbewegung. Die Kraft entsteht häufig am Boden, wird über Beine und Hüfte weitergeleitet und erreicht über den Rumpf schließlich Schultern, Arme und Schläger. Genau diese Kraftübertragung sollte ein funktionelles Training abbilden.

Ich setze deshalb nicht auf möglichst große Muskeln oder endlose Bauchübungen. Entscheidend sind stabile Gelenke, kräftige Beine, eine bewegliche Brustwirbelsäule und ein belastbarer Rumpf. Die Muskulatur soll Kraft erzeugen, aber gleichzeitig bremsen und die Bewegung kontrollieren können.

Trainingsbereich Bedeutung für den Schwung Sinnvolle Übungen
Beine und Gesäß Druck in den Boden, Stabilität und Beschleunigung Kniebeuge, Ausfallschritt, Hüftheben
Hüfte Saubere Rotation und stabile Ansprechposition Einbeiniger Hüftknick, Ausfallschritte
Rumpf Kraftübertragung und Kontrolle gegen unerwünschte Bewegungen Pallof Press, Side Plank, Carries
Schultern und Rücken Führung des Schlägers und Belastbarkeit im Durchschwung Rudern, Liegestütz, Zugübungen
Explosivität Schnelle Kraftentwicklung im Treffmoment Medizinballwürfe, Kettlebell Swing

Mehr Kraft bedeutet dabei nicht automatisch mehr Länge. Die Forschung zu den besten Methoden ist nicht eindeutig, und ein stärkerer Körper ersetzt keine gute Schwungtechnik. In der Praxis sehe ich aber regelmäßig, dass mehr körperliche Kontrolle zu konstanteren Treffern führt, bevor sich überhaupt ein deutlicher Distanzgewinn zeigt.

Die fünf Übungen mit dem größten Nutzen

Kniebeuge für Beine und Rumpf

Die Kniebeuge trainiert Oberschenkel, Gesäß und Rumpf gleichzeitig. Sie verbessert die Fähigkeit, Kraft aus einer stabilen Beinposition zu entwickeln, was besonders beim Start der Abwärtsbewegung hilfreich ist.

  • 3 Sätze mit 6 bis 10 Wiederholungen
  • Langsam absenken, kraftvoll aufstehen
  • Füße vollständig am Boden lassen

Beginne mit dem eigenen Körpergewicht oder einer Kurzhantel vor der Brust. Erst wenn die Bewegung sicher ist, erhöhst du das Gewicht. Qualität vor Last ist hier entscheidend, denn ein eingeknicktes Knie oder ein instabiler Rumpf überträgt sich nicht sinnvoll auf den Golfschwung.

Einbeiniger Hüftknick für Balance

Beim einbeinigen Hüftknick, auch Single-Leg Romanian Deadlift genannt, beugst du dich aus der Hüfte nach vorne, während ein Bein nach hinten geführt wird. Die Übung stärkt die hintere Kette und fordert gleichzeitig das Gleichgewicht.

  • 3 Sätze mit 6 bis 8 Wiederholungen je Seite
  • Rücken lang halten und das Becken möglichst gerade ausrichten
  • Mit einer leichten Kurzhantel beginnen

Gerade die einseitige Belastung macht diese Übung für Golf interessant. Sie zeigt schnell, ob eine Seite deutlich schlechter stabilisiert. Ich empfehle, die schwächere Seite nicht mit mehr Gewicht zu bestrafen, sondern beide Seiten sauber und kontrolliert zu trainieren.

Pallof Press gegen unkontrollierte Rotation

Bei der Pallof Press steht oder kniet der Körper seitlich zu einem Kabelzug oder einem befestigten Theraband. Du führst die Hände vor die Brust und streckst sie nach vorne, ohne dass der Widerstand deinen Oberkörper verdreht.

  • 3 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen je Seite
  • Am ausgestreckten Punkt 1 bis 2 Sekunden halten
  • Becken und Brustkorb ruhig lassen

Das ist kein klassisches Bauchtraining. Du trainierst, Rotation zu kontrollieren und zu bremsen. Genau diese Fähigkeit schützt den Schwung vor unnötigen Ausweichbewegungen und macht den Rumpf unter Belastung verlässlicher.

Rumpfrotation im Splitstand

Für die Rotation eignet sich ein Kabelzug oder ein Band. Stelle einen Fuß nach vorne, spanne den Rumpf an und drehe den Oberkörper kontrolliert gegen den Widerstand. Die Hüfte darf sich bewegen, aber sie sollte nicht unkontrolliert nach vorne kippen.

  • 3 Sätze mit 8 bis 10 Wiederholungen je Seite
  • Mittleres Gewicht wählen und die Bewegung nicht erzwingen
  • Ausatmen, wenn du die Endposition erreichst

Die Übung soll den Golfschwung nicht kopieren. Sie schafft vielmehr die Grundlage dafür, dass du aus einer stabilen Position rotieren kannst. Zu schwere Gewichte führen oft dazu, dass nur die Arme arbeiten oder der untere Rücken ausweicht.

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Medizinballwurf für Explosivität

Wenn die Grundkraft vorhanden ist, kannst du schnelle Medizinballwürfe ergänzen. Ein seitlicher Wurf gegen eine stabile Wand trainiert die explosive Kraftentwicklung in Beinen, Hüfte und Rumpf.

  • 3 Sätze mit 4 bis 6 kraftvollen Würfen je Seite
  • Ballgewicht meist zwischen 2 und 5 Kilogramm
  • Zwischen den Sätzen 60 bis 90 Sekunden pausieren

Jeder Wurf sollte schnell und technisch sauber sein. Sobald die Geschwindigkeit deutlich sinkt, ist der Satz beendet. Explosivität trainierst du nicht bis zur völligen Erschöpfung, sondern mit hoher Bewegungsqualität und ausreichend Pause.

Ein kompakter Trainingsplan für zwei Einheiten pro Woche

Für die meisten Freizeitgolfer ist ein überschaubarer Ganzkörperplan sinnvoller als ein komplizierter Split. Mit zwei Einheiten von jeweils 30 bis 45 Minuten kannst du Kraft aufbauen, ohne dass das Training deine Runden oder dein Techniktraining verdrängt.

Einheit A Umfang Einheit B Umfang
Kniebeuge 3 x 6-10 Ausfallschritt 3 x 8 je Seite
Rudern am Kabelzug 3 x 8-12 Liegestütz oder Brustdrücken 3 x 8-12
Pallof Press 3 x 10 je Seite Einbeiniger Hüftknick 3 x 6-8 je Seite
Medizinballwurf 3 x 4-6 je Seite Side Plank 3 x 20-40 Sekunden

Vor jeder Einheit reichen 5 bis 8 Minuten Aufwärmen. Gehe zügig, kreise Schultern und Hüfte, mobilisiere die Brustwirbelsäule und mache anschließend einige langsame Kniebeugen sowie leichte Rotationen.

Trainiere zunächst mit etwa zwei Wiederholungen „im Tank“. Das bedeutet, dass du den Satz beendest, obwohl noch ungefähr zwei technisch saubere Wiederholungen möglich wären. Wenn du in allen Sätzen das obere Ende des Wiederholungsbereichs erreichst, erhöhst du das Gewicht um etwa 2,5 bis 5 Prozent.

Wer gerade erst beginnt, kann in den ersten zwei Wochen mit zwei Sätzen pro Übung starten. Das wirkt unspektakulär, verhindert aber starken Muskelkater und erleichtert die regelmäßige Umsetzung. Genau diese Regelmäßigkeit bringt langfristig mehr als ein hartes Training alle drei Wochen.

So passt du die Belastung an deine Golfsaison an

Im Winter darf das Krafttraining etwas umfangreicher sein, weil meist weniger Turniere und Runden anstehen. Drei Einheiten pro Woche sind für trainierte Personen möglich, solange Schlaf, Ernährung und Regeneration stimmen. Für viele reichen jedoch weiterhin zwei Einheiten.

Während der Saison sollte das Training kompakter werden. Halte die Gewichte moderat bis anspruchsvoll, reduziere aber das Gesamtvolumen. Vor einer wichtigen Runde würde ich keine schweren Kniebeugen oder intensiven Medizinballwürfe einplanen.

Zeitpunkt Empfehlung
48 bis 72 Stunden vor einer Runde Normales Krafttraining möglich
Am Tag vor einer Runde Mobilität, leichte Aktivierung und Technik
Am Spieltag 10 bis 15 Minuten dynamisches Aufwärmen
Nach einer belastenden Runde Lockere Bewegung und Erholung statt schwerer Zusatzlast

Auch die Schlagseite solltest du berücksichtigen. Der Golfschwung ist asymmetrisch, deshalb dürfen Ausgleichsübungen wie einseitiges Rudern, Split Squats und Rotationen zur anderen Seite nicht fehlen. Das bedeutet nicht, dass du den Schwung spiegelverkehrt trainieren musst. Die Belastung sollte aber nicht dauerhaft nur auf einer Körperseite landen.

Bei bestehenden Rücken-, Schulter- oder Knieproblemen gelten andere Regeln. Eine Übung, die bei gesunden Sportlern gut funktioniert, kann bei einer akuten Reizung ungeeignet sein. In diesem Fall sollte ein Arzt oder eine qualifizierte Physiotherapeutin die Belastbarkeit einschätzen.

Diese Fehler bremsen den Fortschritt

Viele Golfer trainieren zu viel Rotation und zu wenig Stabilität. Ständige Rumpfdrehungen mit hohem Tempo sehen sportlich aus, bringen aber wenig, wenn die Hüfte ausweicht oder der untere Rücken die Bewegung übernimmt.

  • Nur den Oberkörper trainieren: Der Schwung beginnt nicht in den Armen. Beine und Gesäß bilden die Basis.
  • Zu schwere Gewichte wählen: Wenn die Technik zerfällt, wird aus funktionellem Training schnell eine Ausweichbewegung.
  • Jede Übung bis zum Muskelversagen treiben: Das erhöht die Ermüdung und kann die Qualität des Schwungtrainings verschlechtern.
  • Explosivität mit langsamen Wiederholungen verwechseln: Kraftausdauer und Schnellkraft sind unterschiedliche Trainingsziele.
  • Mobilität erzwingen: Mehr Bewegungsumfang ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob du ihn kontrollieren kannst.
  • Keine Pausen einplanen: Zwischen schweren Sätzen sind 90 bis 150 Sekunden Erholung oft sinnvoll.

Der häufigste Denkfehler lautet: „Wenn ich stärker werde, schlage ich automatisch weiter.“ Ich sehe Krafttraining eher als technische Versicherung. Es gibt dir mehr Spielraum, eine gute Position zu halten, wenn die Runde lang wird oder der Schwung unter Druck gerät.

Mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit beginnt nicht am Schläger

Ein gutes Programm für Golfer muss nicht spektakulär sein. Kniebeugen, einbeinige Übungen, kontrollierte Rotation, Zugbewegungen und etwas Explosivität decken bereits den größten Teil dessen ab, was der Körper auf dem Platz leisten soll.

Starte mit zwei Einheiten pro Woche, erhöhe die Belastung langsam und beobachte nicht nur deine Weite. Konstantere Treffer, weniger Ermüdung und ein stabileres Gefühl im Durchschwung sind oft die ersten Zeichen, dass das Training wirkt.

Wer schmerzfrei trainiert, sauber steigert und die Übungen an die eigene Beweglichkeit anpasst, schafft damit eine solide Grundlage für mehr Freude am Golf. Die beste Routine ist am Ende nicht die härteste, sondern diejenige, die du über viele Monate zuverlässig durchhältst.

Häufig gestellte Fragen

Besonders sinnvoll sind Kniebeugen, einbeinige Hüftknicks, Pallof Press, kontrollierte Rumpfrotationen und seitliche Medizinballwürfe. Sie trainieren Beine, Hüfte, Rumpf, Balance und Explosivität und unterstützen dadurch die Kraftübertragung im Schwung.

Für die meisten Freizeitgolfer reichen zwei Ganzkörpereinheiten pro Woche mit jeweils 30 bis 45 Minuten. Anfänger können in den ersten zwei Wochen mit zwei Sätzen pro Übung beginnen und später auf drei Sätze steigern.

48 bis 72 Stunden vor einer Runde ist normales Krafttraining möglich. Am Tag davor eignen sich Mobilität, leichte Aktivierung und Technik, während am Spieltag 10 bis 15 Minuten dynamisches Aufwärmen empfohlen werden. Nach einer belastenden Runde sind lockere Bewegung und Erholung sinnvoller als schwere Zusatzlasten.

Trainiere zunächst mit etwa zwei technisch sauberen Wiederholungen im Tank. Wenn du in allen Sätzen das obere Ende des Wiederholungsbereichs erreichst, kannst du das Gewicht um etwa 2,5 bis 5 Prozent erhöhen. Bei Medizinballwürfen endet der Satz, sobald die Geschwindigkeit deutlich sinkt.

Bei bestehenden Beschwerden muss die Übung angepasst oder fachlich abgeklärt werden. Eine Belastung, die für gesunde Sportler geeignet ist, kann bei einer akuten Reizung ungeeignet sein. Schmerz ist dabei kein Trainingsreiz.

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hüfte rumpfstabilität rotation explosivität beintraining

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Hallo, mein Name ist Franco Stark und ich bringe über 12 Jahre Erfahrung im Bereich Funktionelles Training, Fitness und Regeneration mit. Meine Leidenschaft für diese Themen begann, als ich selbst die positiven Auswirkungen einer ganzheitlichen Herangehensweise an Körper und Geist erfahren habe. Auf ft-club-am-gaswerk.de teile ich mein Wissen und meine Erkenntnisse, um dir zu helfen, deine Fitnessziele zu erreichen und deine Regeneration zu optimieren. Ich lege Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und dir praxisnahe Tipps an die Hand zu geben, die du direkt umsetzen kannst. Dabei ist es mir wichtig, stets auf aktuelle Entwicklungen zu achten und die Informationen so aufzubereiten, dass sie für dich nützlich und nachvollziehbar sind.

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